Die Zeiten, in denen man mit einem E-Bike etwas Exklusives in seinem Schuppen hatte, sind längst vorbei. Aber wenn Sie auch nur einen Moment suchen, werden Sie heutzutage auf einige "Exoten" stoßen. In den Niederlanden zu kaufen, aber nicht in jedem Fahrradladen an der Ecke.
Hübsche 'andere' Modelle der etablierten E-Bikes
Das Forschungsunternehmen GfK veröffentlicht monatliche Verkaufsstatistiken für die Zweiradbranche. Diese beschreiben die Leistung jeder Marke, die ihre Fahrräder über physische Läden verkauft; Stella und Amslod mit einem Direktvertriebsmodell bleiben dabei außen vor.
Die E-Bike-Verkäufe brechen einen Rekord nach dem anderen. Die großen Marken, allen voran Gazelle, holen sich dabei jedes Mal den Löwenanteil des Kuchens. Besonders gefragt sind E-Bikes mit Mittelmotor.
Noch spannender
Das durchschnittliche Fahrradgeschäft hat daher seinen Laden voll mit E-Bikes von traditionellen Marken. Raymond van Turnhout von Unique Bikes in Winterswijk fand, dass dies spannender sein könnte. In seinem Ausstellungsraum bekommen gerade die unkonventionellen Modelle den Platz, den sie brauchen. "Ich will keinen meiner Kollegen angreifen, sie leisten gute Arbeit. Aber Tatsache ist, dass der niederländische Fahrradmarkt konservativ ist. Gehen Sie in zehn beliebige Geschäfte und in neun von ihnen stehen die Fahrräder der traditionellen Marken dicht gedrängt", sagt Van Turnhout. Er zeigt uns einige ungewöhnliche Modelle und beginnt mit einem Damenrad, das wie ein Stadtrad aussieht, aber eigentlich ein Elektrofahrrad ist. "Die Batterie befindet sich nicht wie üblich im Gepäckträger oder Rahmen, sondern im Kettenschutz. Für junge Damen, die der Außenwelt nicht zeigen wollen, dass sie elektrisch fahren."
Etwas weiter ist das sogenannte E-Bike 2050, ein Aluminiumrahmen, der in einem Stück gegossen ist und daher keine Schweißnähte hat. Detail: Tief im Rahmen befinden sich Lautsprecher, die über Bluetooth mit dem Smartphone verbunden werden können. Ebenfalls im Showroom: das Pininfarina, ein E-Bike von italienischen Designern, die auch für Ferrari arbeiten. Der Rahmen ist komplett aus Kohlefaser gefertigt. Ebenso auffällig ist das Carbon SUV von Moto Parillo. Dieses Zweirad sieht in allem aus wie ein Hochgeschwindigkeitsmotorrad vom Kaliber Rossi, ist aber ein Carbon-E-Bike mit fetten Reifen für Grip und Komfort auf unterschiedlichem Terrain.
"Von manchen E-Bikes verkaufen wir 20 pro Jahr, von manchen nur vier. Mein Bruder und ich sind beide 65, wir machen das hauptsächlich aus Leidenschaft. Ja, wir haben auch Mainstream-Produkte, mit denen wir Umsätze machen, aber das macht immer noch am meisten Spaß. Die E-Bikes sind einfach ein bisschen anders. Wir suchen die ganze Welt nach ihnen ab."
Die "Exoten" im Showroom sind mit hochwertigen Komponenten von Brose, Gates, Enviolo, Brooks und Shimano ausgestattet. Van Turnhout will, wie er selbst sagt, kein "Durcheinander". "Diejenigen, die sich für ein nicht standardisiertes E-Bike entscheiden, sind Enthusiasten. Sie möchten etwas haben, das sich von anderen unterscheidet. Stellen Sie sich das so vor wie Leute, die sich ein Cabrio zulegen. Spielzeug für Jungs. Obwohl diese E-Bikes natürlich sehr vielseitig sind", argumentiert Van Turnhout. "Radfahren ist ein Erlebnis. Ein unverwechselbares E-Bike passt perfekt dazu."
Wie ein Motorrad
Wer? Einzigartiges Fahrrad
Was: Alte Harley 1945 und Harley FAT
Unique Bikes aus Achterhoek in Winterswijk hat zwei so genannte Elektro-Chopper im Angebot: die Old Harley 1945 und die Harley FAT. Vor allem hinter dem Design der Old Harley verbirgt sich eine nette Geschichte: Dieses Elektrofahrrad ist eine Designkopie des 125 CC Harley Army-Motorrads, das im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurde. Die Chopper sind mit einem Hinterradmotor des bekannten Herstellers Bafang (Drehmoment: 45 Newtonmeter) ausgestattet. Dieser unterstützt bis zu 25 Kilometer pro Stunde. Die Batterie mit Schloss ist unsichtbar im Oberrohr versteckt, das alles wie ein Benzintank aussieht. Mit den hydraulischen Scheibenbremsen hat der E-Biker genügend Bremskraft. Das LCD-Display informiert über Akkustand und Geschwindigkeit und bietet zudem einen USB-Anschluss, um zum Beispiel ein Smartphone aufzuladen. Die Chopper können mit eigenen Designelementen personalisiert werden.